Trumpfkategorien des Laubhölzer-Quartetts

Gefäßdurchmesser

Der tangentiale Gefäßdurchmesser (weitester Lumendurchmesser ohne Zellwände) wird im Querschnitt an mindestens 25 Gefäßen (möglichst erheblich mehr!) gemessen. Es muss bei der Auswahl der zu messenden Gefäße sorgfältig darauf geachtet werden, keine Größengruppe zu bevorzugen.

Bei ringporigem Holz und Hölzern mit dem Merkmal "zwei deutlich verschiedene Gefäßdurchmesserklassen vorhanden" werden nur die größeren Gefäße gemessen. Informationen über den tangentialen Gefäßdurchmesser der kleineren Gefäße kann in einem Kommentar dokumentiert werden.

Bei halbringporigem Holz sollten entlang einer radial durch eine Zuwachszone bzw. einen Jahrring verlaufenden Strecke möglichst mehr als 25 Gefäße gemessen werden; bei solchen Hölzern ist eine größere Standardabweichung zu erwarten.

Es empfiehlt sich, eine Spanne einzugeben, z.B. 70–100 µm. Aus dieser Spanne wurde, um eine Spielbarkeit des Quartetts zu erreichen ein Durchschnittwert gebildet.

Bei Bäumen kommen durchschnittliche Gefäßdurchmesser von 100–200 µm weitaus häufiger vor als Gefäßdurchmesser über 200 µm bzw. unter 50 µm. Bei Sträuchern betragen die Gefäßdurchmesser häufig weniger als 50 µm.

Die durchschnittlichen tangentialen Gefäßdurchmesser lassen sich in vier Größenklassen einteilen:

1. klein: unter 50 µm

2. mittel: 50–100 µm

3. groß: 100–200 µm

4. sehr groß: über 200 µm

Faserlänge

Die Faserlänge wird in Mazeraten von ausgewachsenem Stammholz anhand von mindestens 25 Fasern (möglichst mehr) ermittelt. Bestimmt werden Durchschnitt, Bereich und Standardabweichung.

Bei Holz mit deutlichen Zuwachszonen/Jahrringen wird die Probe aus dem Mittelteil einer Zuwachszone genommen. Die Faserlänge ist für die qualitative Beurteilung von Holz von großer Bedeutung. Deswegen wurde eine Vielzahl von Methoden entwickelt, um eine zufällige Auswahl der Fasern für die Messung sicherzustellen. Es wird empfohlen, eine dieser Methoden zu benutzen (z.B. Dodd 1986; Hart & Swindel 1967). Es gibt nur wenige Hölzer, in denen die Faserlänge mit Hilfe von Schnitten genau genug bestimmt werden kann, diese Methode ist daher nicht empfehlenswert.

Es wird empfohlen, eine Spanne einzugeben, z.B. 900–1450 µm. Aus dieser Spanne wurde, um eine Spielbarkeit des Quartetts zu erreichen, ein Durchschnittwert gebildet.

Die durchschnittlichen Faserlängen lassen sich in drei Gruppen einteilen:

1. kurz: unter 900 µm

2. mittel: 900–1600 µm

3. hoch: über 1600 µm

Es gewinnt der höchste Wert!

Rohdichte

Die hier angegebende "basic specific gravity" (deutsch: Raumdichte) errechnet sich aus dem Quotienten von Gewicht im absolut trockenen Zustand (u = 0%) und dem Volumen im wassergesättigten Zustand (Nassvolumen). Es ist jeweils ein Durchschnittswert angegeben. Die Rohdichte ist in der Einheit g/cm³ angegeben. Es gewinnt der höhere Wert.

Elastizitätsmodul (E-Modul)

Der E-Modul ist ein Maß für die Verformungssteifigkeit eines Körpers oder Stoffes bei mechanischer Beanspruchung im elastischen Bereich. Unter Einwirkung einer Zug- bzw. Druckspannung erfahren Festkörper eine positive bzw. negative Dehnung. Unterhalb der Elastizitätsgrenze ist das Verhältnis von Spannung zu Dehnung konstant und heißt Elastizitätsmodul. Je steifer das Material, umso höher liegt der Elastizitätsmodul. 

Einflussgrößen auf den E-Modul sind bei Holz die Rohdichte, die Temperatur und der Feuchtegehalt unterhalb des Fasersättigungspunktes. Im Quartett sind die Werte für Holz in Faserrichtung (Biegeversuch) nach DIN 52186 (1978) angegeben. Es gewinnt der höhere Wert.

Dauerhaftigkeitsklassen

Die Dauerhaftigkeit ist von der Rohdichte, unterschiedlich wirksam werdenden Inhaltsstoffen und klimatischen Einflüssen abhängig. Sie kann gering, gut oder sehr gut sein und gibt Hinweise auf die Verwendung des entsprechenden Holzes und eventuell durchzuführende Holzschutzmaßnahmen. Im Spiel sind die Werte gemäß der DIN EN 350-2, Oktober 1994: Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten - Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz - Teil 2: Leitfaden für die natürliche Dauerhaftigkeit und Tränkbarkeit von ausgewählten Holzartenvon besonderer Bedeutung in Europa angegeben.

Dabei wird die Dauerhaftigkeit mit Werten zwischen 1 und 5 angegeben. Je kleiner der Wert, desto höher die natürliche Dauerhaftigkeit. Bei dieser Kategorie gewinnt der niedrigste Wert!

Quellen:

Richter, H.G., and Dallwitz, M.J. 2000 onwards. Commercial timbers: descriptions, illustrations, identification, and information retrieval. In English, French, German, Portuguese, and Spanish. Version: 16th April 2006. http://delta-intkey.com

Wagenführ, R., Scheiber, C. 1989: Holzatlas. 3. Aufl., Leipzig: Fachbuchverlag, 720 S.

Lohmann, U. 2003: Holz-Lexikon. 4. Aufl., Leinfelden-Echterdingen: DRW-Verlag, 689 S.

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